Diese 7 Lebensmittel belasten den Kreislauf bei Hitze stärker, als viele denken

Diese 7 Lebensmittel belasten den Kreislauf bei Hitze stärker, als viele denken

Warum Hitze den Kreislauf ohnehin schon fordert

Sobald die Temperaturen über 30 °C steigen, arbeitet Ihr Körper auf Hochtouren. Zur Thermoregulation weiten sich die Blutgefäße (Vasodilation), damit mehr Wärme über die Haut abgegeben werden kann. Gleichzeitig verlieren Sie durch Schwitzen nicht nur Flüssigkeit, sondern auch lebenswichtige Elektrolyte wie Kalium, Magnesium und Natrium. Der Blutdruck sinkt, das Herz pumpt schneller – der Kreislauf ist bereits vorbelastet, bevor Sie auch nur einen Bissen gegessen haben. Was Sie in dieser Situation zu sich nehmen, kann die Kreislaufbelastung deutlich verstärken oder abmildern.

Stand: Sommer 2026. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Kreislaufbeschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt.

Die 7 Lebensmittel, die den Kreislauf bei Hitze besonders belasten

1. Fettige und schwere Speisen (Pommes, Schnitzel, Fast Food)

Fettige Mahlzeiten brauchen besonders viel Verdauungsenergie. Der Körper leitet verstärkt Blut in den Bauchraum, um die Verdauungsarbeit zu leisten – Blut, das dann an anderen Stellen fehlt. Zudem erhöht die Verdauungswärme fettreicher Speisen die Körperkerntemperatur um bis zu 0,5 °C. Bei ohnehin schon hohen Außentemperaturen ist das ein spürbarer Zusatzstress für den Kreislauf.

2. Alkohol

Alkohol entwässert den Körper aktiv: Er hemmt das antidiuretische Hormon, sodass die Nieren mehr Flüssigkeit ausscheiden als aufgenommen wird. Gleichzeitig weitet Alkohol die Blutgefäße noch weiter, was den ohnehin niedrigen Blutdruck bei Hitze zusätzlich absenken kann. Schon zwei Gläser Bier oder Wein können bei hohen Temperaturen Schwindel und Übelkeit auslösen – laut AOK-Magazin einer der häufigsten Auslöser von Hitzekollaps-Situationen im Sommer.

3. Koffeinhaltige Getränke (Kaffee, Energy Drinks, schwarzer Tee)

Koffein hat eine leicht harntreibende Wirkung und kann bei großen Mengen die Dehydrierung beschleunigen. Darüber hinaus erhöht es kurzfristig den Blutdruck und die Herzfrequenz – beides Reaktionen, die der Körper bei Hitzestress gerade nicht gebrauchen kann. Das bedeutet nicht, dass eine einzelne Tasse Kaffee verboten ist; wer jedoch drei oder mehr Tassen täglich trinkt und sich gleichzeitig wenig bewegt, erhöht sein Risiko für Kreislaufprobleme bei Hitze spürbar.

4. Zuckerhaltige Getränke (Limonade, Eistee, Nektar)

Limonaden und industriell hergestellter Eistee enthalten oft 8–12 g Zucker pro 100 ml. Zucker bindet Wasser im Darm und verlangsamt dessen Aufnahme ins Blut – das Gegenteil von dem, was Sie bei Hitze brauchen. Der kurzfristige Energieschub fällt schnell in sich zusammen, der Blutzucker sackt ab, und Sie fühlen sich matter als zuvor. Sind Eistee und Limonade also schlechte Durstlöscher bei Hitze? Eindeutig ja: Sie stillen den Durst nur scheinbar.

5. Sehr kalte oder sehr heiße Speisen und Getränke

Eiskalte Getränke direkt aus dem Gefrierfach klingen erfrischend, können aber den Magen reizen und reflexartig die Blutgefäße verengen – was den Kreislauf kurzzeitig durcheinanderbringt. Sehr heiße Speisen und Getränke erhöhen dagegen die Körperkerntemperatur weiter. Lauwarme Getränke, etwa zwischen 15 und 20 °C, werden vom Körper am effizientesten verwertet, wie der NDR Ratgeber für Ernährung bei Hitze erklärt.

6. Stark gesalzene und verarbeitete Lebensmittel

Chips, Wurst, Fertiggerichte und Salzgebäck enthalten oft mehr als 1,5 g Natrium pro 100 g. Zu viel Natrium stört das Gleichgewicht der Elektrolyte und kann den Blutdruck kurzfristig erhöhen – unerwünscht, wenn die Hitze ihn bereits destabilisiert. Gleichzeitig steigt durch den Salzgehalt das Durstgefühl, was zur Mehraufnahme von zuckerhaltigen Getränken verleitet. Ein doppelter Nachteil in der Sommerhitze.

7. Große, üppige Mahlzeiten (unabhängig vom Inhalt)

Selbst eine gesunde, aber sehr große Portion belastet den Kreislauf bei Hitze. Je mehr Nahrung verdaut werden muss, desto mehr Blut fließt in den Verdauungstrakt – bis zu 30 % des gesamten Blutvolumens können nach einer üppigen Mahlzeit im Bauchraum konzentriert sein. Das Resultat ist die sogenannte postprandiale Hypotonie: ein vorübergehender Blutdruckabfall nach dem Essen, der bei Hitze besonders ausgeprägt ausfallen kann. Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt sind die klügere Alternative.

Was passiert im Körper, wenn Sie diese Lebensmittel bei Hitze essen?

Der Mechanismus ist immer ähnlich: Die Verdauung erzeugt Wärme und zieht Blut in den Bauchraum. Gleichzeitig entzieht Schwitzen dem Körper Flüssigkeit und Elektrolyte. Das Gehirn und die Muskeln werden schlechter versorgt. Die Folgen reichen von Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerzen bis hin zu ausgeprägter Müdigkeit und Schwäche. In extremen Fällen – besonders bei älteren Menschen oder chronisch Kranken – steigt das Hitzschlag-Risiko. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfiehlt im Rahmen ihres Hitzeschutzplans ausdrücklich, schwere und fettige Mahlzeiten bei Hitze zu vermeiden, um das Kreislaufsystem nicht zusätzlich zu belasten. Kreislaufprobleme sind bei Hitze in erster Linie hitzebedingt – die Ernährung kann das Risiko jedoch deutlich verstärken oder abmildern.

Was Sie stattdessen essen und trinken sollten

Wasserreiche Lebensmittel: Gurke, Wassermelone, Tomate

Gurken bestehen zu über 95 % aus Wasser und liefern gleichzeitig Kalium und Magnesium. Wassermelone enthält rund 92 % Wasser und hilft, den Elektrolythaushalt zu stabilisieren. Tomaten punkten mit Kalium und dem hitzeprotektiven Antioxidans Lycopin. Diese Lebensmittel versorgen den Körper mit Flüssigkeit und Mineralstoffen, ohne die Verdauung zu belasten – ideal als leichte Sommermahlzeit.

Leichte Proteine: Fisch, Hülsenfrüchte, Skyr

Magerer Fisch wie Forelle oder Seelachs liefert hochwertiges Eiweiß bei geringem Fettgehalt. Hülsenfrüchte – etwa Linsen oder Kichererbsen – kombinieren Protein mit Ballaststoffen und Kalium. Skyr ist eiweißreich und dabei sehr fettarm. All diese Alternativen erzeugen deutlich weniger Verdauungswärme als fettige Fleischgerichte und halten Sie länger satt, ohne den Kreislauf zu belasten. Mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt sind empfehlenswert.

Elektrolytreiche Getränke: Wasser mit Mineralien, lauwarmer Pfefferminztee

Stilles Mineralwasser mit einem Magnesiumgehalt von mindestens 50 mg/l und einem Natriumgehalt um 150 mg/l ist bei Hitze ein guter Basisdurstlöscher. Wer mehr Abwechslung möchte, kann lauwarmen Pfefferminztee trinken: Er gibt subjektiv ein Kühlegefühl, ohne den Kreislauf durch Kälte zu belasten, und enthält keine Kalorien. Auch das Aufgießen von Leitungswasser mit einer Scheibe Zitrone und einer Prise Salz ergibt ein einfaches Elektrolytgetränk. Empfehlung laut NDR Ratgeber: mindestens 2–3 Liter täglich bei Hitze, verteilt über den ganzen Tag.

Häufige Fragen rund um Kreislauf und Hitze

Warum sollte man bei Hitze Pommes essen – stimmt das wirklich?

Nein, dieser Mythos hält sich hartnäckig, ist aber physiologisch nicht haltbar. Die Idee dahinter ist, dass Salz auf den Pommes Elektrolyte ersetzt. Tatsächlich enthält Fast Food zwar Natrium, aber kaum Kalium oder Magnesium – und die darin enthaltenen Fettsäuren belasten die Verdauung erheblich. Die Kreislaufbelastung durch das Fett überwiegt den marginalen Elektrolytnutzen bei weitem. Bei Hitze sind Pommes eine der ungünstigsten Mahlzeiten überhaupt.

Ab wann wird die Kreislaufbelastung durch Hitze gefährlich?

Ab Außentemperaturen von dauerhaft über 30 °C steigt das Risiko für Kreislaufprobleme für alle Menschen spürbar an – besonders wenn die Nächte nicht unter 20 °C abkühlen. Für ältere Menschen, Kleinkinder, Schwangere und Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen gilt bereits ab 28 °C erhöhte Vorsicht. Typische Warnsignale sind anhaltender Schwindel, starkes Herzklopfen, Sehstörungen oder Verwirrtheit. In diesen Fällen sollte sofort ein kühler Ort aufgesucht und ärztliche Hilfe geholt werden.

Was tun bei akuten Kreislaufproblemen durch Hitze?

Suchen Sie sofort Schatten oder einen kühlen Raum auf. Legen Sie sich hin und heben Sie die Beine leicht an, um den Blutfluss zum Gehirn zu fördern. Trinken Sie in kleinen Schlucken kühles (nicht eiskaltes) Wasser. Kühle Tücher im Nacken oder an den Unterarmen helfen, die Körpertemperatur schnell zu senken. Verbessern sich die Beschwerden nicht innerhalb von 15–20 Minuten oder treten Bewusstlosigkeit, starke Kopfschmerzen oder Erbrechen auf, rufen Sie den Notruf (112). Die BZgA empfiehlt, bei anhaltenden Kreislaufproblemen im Sommer grundsätzlich einen Arzt aufzusuchen.

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